Diabetische Retinopathie

Diabetische Retinopathie

Die diabetische Retinopathie (Retinopathia diabetica) ist eine Netzhauterkrankung des Auges, die durch die Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus bedingt ist. In den westlichen Ländern ist die diabetische Retinopathie die häufigste Erblindungsursache bei Patienten zwischen 20 und 70 Jahren. Patienten leiden unter einem eingeschränkten Gesichtsfeld und einer Verschlechterung der Sehfähigkeit.

Mehrere Faktoren spielen bei der Krankheit eine Rolle. Wichtigster Faktor ist die Dauer des Diabetes mellitus. Je länger die Krankheit besteht, desto größer ist das Risiko, eine diabetische Retinopathie zu bekommen. Die meisten Patienten, die mehr als 20 Jahre an Diabetes erkrankt sind, weisen Veränderungen an der Netzhaut auf. Bei Patienten mit Typ-I-Diabetes können die Unregelmäßigkeiten bereits nach 10 bis 15 Jahren auftreten. Sie sind auch doppelt so häufig betroffen wie Patienten mit Typ-II-Diabetes.

Ein schwankender Blutzuckerspiegel, Schwangerschaften, Bluthochdruck sowie einer Erhöhung der Blutfette oder Blutarmut begünstigen die diabetische Retinopathie.

Formen der diabetischen Retinopathie

Es gibt drei Formen der diabetischen Retinopathie:

  1. Nichtproliferative Retinopathie: sie unterscheidet sich in zwei Formen, der leichten und der schweren nichtproliferativen Retinopathie. Es kommt zu Gefäßwandaussackungen, die Gefäße werden undicht und es können sich Fettablagerungen aus dem Blutplasma bilden. Die schwere Form der nichtproliferativen Retinopathie weist die gleichen Symptome auf, ist nur weiter fortgeschritten. In den meisten Fällen geht die schwere Form über in die proliferative Retinopathie.
  2. Proliferative Retinopathie: kranke Blutgefäße bilden sich in der Netzhaut nach. Diese Gefäße haben eine schwache Gefäßwand, wodurch es zu Blutungen kommen kann. Blutungen im Glaskörper führen zu einer Verschlechterung der Sehfähigkeit. Ein weiteres Fortschreiten der Krankheit kann zur Erblindung führen. Diese Form der diabetischen Retinopathie tritt zumeist bei Patienten mit Typ-I-Diabetes auf.
  3. Diabetische Makulopathie: die diabetische Makulopathie kann in jedem Stadium der diabetischen Retinopathie auftreten. Bei der Makulopathie wird die Makula geschädigt. Das ist der Punkt auf der Netzhaut, der für das scharfe Sehen verantwortlich ist. Wird dieser Punkt angegriffen, so führt das zu einer enormen Verschlechterung des Sehens. Patienten können dadurch schlechter Sehen und in den meisten Fällen nicht mehr Autofahren.

Behandlung der diabetischen Retinopathie

Eine Heilung der Netzhaut-Erkrankung ist momentan noch nicht möglich. Die diabetische Retinopathie kann in den verschiedenen Stadien der Erkrankung lediglich eingedämmt und ihr Fortschreiten verhindert werden. Wie bei vielen Krankheiten gilt auch hier: Je früher sie erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Die wichtigste Behandlungsmethode liegt in der Diabetes-Therapie. Die Basis einer guten Behandlung ist die Kontrolle der Blutzuckerwerte und des Blutdrucks.

Es gibt zudem noch die Möglichkeit, die diabetische Retinopathie durch Laser- und Injektionstherapien zu stoppen. Sollten die Blutungen im Glaskörper nicht aufhören, bleibt als letzte Möglichkeit nur die Entfernung des Glaskörpers, der dann durch Gas oder Silikonöl ersetzt wird, um die Netzhaut zu stabilisieren.

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